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Mehr Unterricht an der Stadtteilschule

Stadtteilschulen Mehr Unterricht an der Stadtteilschule Die Bildung an den Stadtteilschulen soll weiter verbessert werden. Deshalb planen Schulsenator Ties Rabe und die Bürgerschaftsfraktionen von SPD und Grünen, die Zahl der Unterrichtsstunden in den Klassenstufen 5 bis 10 deutlich zu erhöhen.
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Bislang umfasste der Unterricht in der Sekundarstufe I insgesamt 185 Wochenstunden oder 7.030 Unterrichtsstunden. Diese Zahl soll jetzt auf 189 Wochenstunden oder 7.182 Unterrichtsstunden gesteigert werden. Mit den 152 zusätzlichen Unterrichtsstunden wird die Bildung in Deutsch und Mathematik gestärkt. Schulsenator Rabe: "Deutsch und Mathematik sind Schlüsselqualifikationen für alle Bildungs- und Lebensbereiche. Hier können und wollen wir besser werden und unseren Schülerinnen und Schülern bessere Chancen eröffnen. 152 zusätzliche Unterrichtsstunden bieten viele neue Möglichkeiten zum vertieften Lernen und Üben."

Senator Rabe: "Im bundesweiten Vergleich hat Hamburg in Unter- und Mittelstufe seit Jahren relativ wenig Unterricht. Dadurch fehlt den Klassen 5 bis 10 an Stadtteilschulen oftmals die Zeit zum Üben und vertieften Lernen. Wer an der Stadtteilschule das Abitur macht, kann die fehlenden Inhalte in der 11. Klasse nacharbeiten. Wer aber nach der 10. Klasse die Schule mit Haupt- oder Realschulabschluss verlässt, dem fehlen wichtige Unterrichtsstunden. Diesen Schülern wollen wir mehr Rückenwind geben – und die Abiturienten an den Stadtteilschulen profitieren zusätzlich."

46.000 Schülerinnen und Schüler profitieren.

In den Klassen 5 bis 10 der Stadtteilschulen werden durchschnittlich rund 46.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, die von der Neuregelung profitieren. Im Schuljahr 2015/16 verließen rund 4.900 Schülerinnen und Schüler die Stadtteilschulen nach Klasse 10, davon 2.125 mit Realschulabschluss (MSA),  2.250 mit Hauptschulabschluss (ESA) und  525 ohne Schulabschluss.

Mehrkosten von rund 3,5 Millionen Euro pro Jahr für rund 52 zusätzliche Lehrerstellen.

Die Schulbehörde rechnet mit Mehrkosten von rund 3,5 Millionen Euro pro Jahr und einem zusätzlichen Bedarf von rund 52 vollen Lehrerstellen. Die Zahl der Unterrichtsstunden pro Klassenstufe liegt künftig zwischen 30 und 33 Wochenstunden bei einem Mittelwert von 31,5 Wochenstunden. Ties Rabe: "Ich freue mich darüber, dass Senat und Regierungsfraktionen dieses wichtige Vorhaben unterstützen und im künftigen Haushalt verankern wollen."

Weitere Maßnahmen zur Verbesserung von Schülerleistungen in Deutsch und Mathe.

Die Schulbehörde ergänzt damit eine Reihe von Maßnahmen, die in den letzten Jahren zur Verbesserung der Schülerleistungen in Deutsch und Mathematik umgesetzt wurden. Im Fach Deutsch zählen dazu jährliche Rechtschreibtests in den Klassen 1 bis 10, das Einüben eines verbindlichen Kernwortschatzes an der Grundschule sowie eine Handreichung für Lehrkräfte mit inhaltlichen und methodischen Erläuterungen für guten Rechtschreibunterricht. Im Rahmen der "Mathematik-Offensive" wurden mehr Unterrichtsstunden, mehr Fachlehrkräfte und mehr Fortbildungen für Lehrkräfte auf den Weg gebracht, sowie zuletzt eine Expertenkommission beauftragt, Vorschläge für eine Weiterentwicklung des Mathematik-Unterrichts zu entwickeln.

Mehr Unterricht für Vertiefung und Übung.

Schulsenator Ties Rabe: "Im Zusammenhang mit dem Mathe-Abitur haben 12 zusätzliche Unterrichtsstunden den Lernerfolg ordentlich gesteigert. Verglichen damit können wir mit 152 zusätzlichen Unterrichtsstunden richtig viel erreichen. Die zusätzlichen Unterrichtsstunden sollen zur Vertiefung und Übung eingesetzt werden. Deshalb brauchen wir keine zusätzlichen Lerninhalte. Vielmehr müssen wir es schaffen, dass die in den Bildungsplänen festgelegten Inhalte und Kompetenzen besser gelernt und sicherer beherrscht werden. Dazu wollen wir gemeinsam mit den Schulen und dem Landesinstitut für Lehrerbildung (LI) Unterrichtsvorschläge und -anregungen entwickeln, die auf Übung, Wiederholung und Vertiefung abzielen."

Nächste Schritte zur Umsetzung.

Dank der zusätzlichen Unterrichtsstunden sollen in den Klassenstufen 5 bis 10 künftig mindestens 26 Wochenstunden Deutsch (bisher mindestens 22) und mindestens 26 Wochenstunden Mathematik (bisher mindestens 24 Stunden) erteilt werden. Die Erhöhung um insgesamt sechs Wochenstunden ist möglich, weil die Schulen über ein Kontingent von frei verfügbaren Wochenstunden verfügen, das sie je nach Schulprofil zusätzlichen einzelnen Schulfächern zur Verfügung stellen können. Aus diesem Kontingent haben die Schulen bislang durchschnittlich mit rund 2,6 zusätzlichen Wochenstunden die Fächer Deutsch und Mathematik verstärkt.

Schulsenator Rabe: "Gemeinsam mit den Schulen werden wir jetzt die nächsten Schritte umsetzen. Die Schulen können wie bisher selbst entscheiden, in welchen Klassenstufen und in welcher Form die Unterrichtsstunden erteilt werden. Im Normalfall werden die Unterrichtsstunden fest im Stundenplan verankert, in der Regel in jedem Schuljahr je vier, in zwei Schuljahren je fünf Wochenstunden Deutsch oder Mathematik. Es ist jedoch auch möglich, die zusätzlichen Deutsch- und Mathematikstunden im Rahmen von Projekt- oder Epochalunterricht zu erteilen. In besonderen Fällen können Schulen mit einem hohen Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler eine Ausnahmeregelung beantragen. Die Erhöhung soll spätestens ab dem 1. August 2019 in Kraft treten, Schulen können aber auch schon im nächsten Schuljahr zusätzliche Unterrichtsstunden einführen."


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