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Vierter Hamburger Bildungsbericht erschienen

Zahlen-Daten-Fakten Vierter Hamburger Bildungsbericht erschienen Nach den Bildungsberichten von 2009, 2011 und 2014 ist der vierte Hamburger Bildungsbericht erschienen. Er stellt ausgewählte statistische Kennzahlen zur frühkindlichen und schulischen Bildung bis zum Übergang in die berufliche Bildung dar.
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Dabei vermittelt er einen Überblick über Rahmenbedingungen von Bildung, Bildungsangeboten und ihre Nutzung sowie Ergebnisse von Bildungsprozessen in Hamburg. Der Bericht zeigt unter anderem, dass Hamburg seine jährlichen Bildungsausgaben für Schule und Kita in den letzten zehn Jahren dramatisch um rund eine Milliarde Euro  gesteigert hat und der Bildungserfolg der Schülerinnen und Schüler verbessert werden konnte. Der Bericht verweist zugleich darauf, dass Kinder mit Fluchthintergrund und aus sozial benachteiligten Stadtteilen weiterhin erheblichen Förderbedarf haben.

Bildungssenator Ties Rabe: "Gerade erst hat der IQB-Bildungstrend Hamburgs gute Erfolge in der Schulpolitik nachgewiesen. Das ist auch ein Ergebnis unserer Politik des genauen Hinschauens. Nur wenn man das Bildungssystem genau beobachtet, kann man positive Tendenzen gezielt befördern und problematischen Entwicklungen entgegensteuern. Aus diesem Grund bin ich sehr froh, dass wir in Hamburg eine Bildungsberichterstattung etabliert haben, die die Politik wie die Öffentlichkeit in regelmäßigen Abständen mit zuverlässigen Daten versorgt."

Der vierte Hamburger Bildungsbericht legt erneut eine differenzierte Gesamtschau des Hamburger Bildungswesens vor. Im Zentrum steht der allgemeinbildende Schulbereich, aber auch das vorschulische Bildungs- und Betreuungsangebot und die berufliche Bildung werden in den Blick genommen. Der Bericht ist unter Federführung des Instituts für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ) im Auftrag der Behörde für Schule und Berufsbildung und in enger Zusammenarbeit mit der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration und der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz entstanden.

Stand der vergangene Bildungsbericht noch stark im Zeichen tiefgreifender Umwälzungen des Bildungssystems, wird nun zunehmend erkennbar, dass sich längerfristige Entwicklungen stabilisiert haben: die engmaschigen Lernstandsuntersuchungen "Kermit" sind etabliert, der Ausbau des Ganztagsangebots ist abgeschlossen, der Umbau des weiterführenden Schulsystems in ein Zwei-Säulen-Modell von Stadtteilschule und Gymnasium ist vollzogen und die Inklusion ist verankert.

Zugleich zeigt sich aber auch, dass das Bildungssystem nach wie vor großen Dynamiken unterworfen ist. Die Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit Fluchtgeschichte und der darauf ausgerichtete Umbau des beruflichen Übergangssystems sind Beispiele dafür.

Ausgewählte Ergebnisse aus dem Bildungsbericht Hamburg 2017:.

Massiver finanzieller und personeller Ressourcenausbau

Hamburg ist eine wachsende Stadt, in der immer mehr Menschen leben und in der immer mehr Kinder und Jugendliche Bildungseinrichtungen besuchen. Außerdem wurden in den vergangenen Jahren zusätzliche Mittel für die Ausweitung des Betreuungsanspruchs und der Beitragsfreiheit, für kleinere Klassen, für Inklusion und Ganztag bis hin zum Kantinenausbau bereitgestellt. Entsprechend hat der Senat die Ausgaben für Bildung dramatisch gesteigert. So sind die Bildungsausgaben in den vergangenen zehn Jahren um rund eine Milliarde Euro gestiegen, von rund 2,2 auf etwa 3,2 Milliarden. Euro pro Jahr. Das Personal in Kindertageseinrichtungen ist seit 2009 um ein Drittel aufgewachsen. Und in Hamburgs Schulen arbeiten 19.990 Pädagoginnen und Pädagogen, so viele wie nie zuvor.

Wachsende Bildungsbeteiligung

Der gewachsene Ressourcenbedarf geht auch darauf zurück, dass Kinder und Jugendliche in Hamburg immer früher ins Bildungssystem eintreten und Schülerinnen und Schüler immer häufiger hohe Bildungsabschlüsse erzielen. So sind zwischen 2009 und 2015 insgesamt 87 zusätzliche Kindertagesstätten entstanden. Die Zahl der betreuten Kinder ist im selben Zeitraum um fast 18.000 auf knapp 68.000 Kinder gestiegen. Auch die Schulen haben mit 191.148 Kindern und Jugendlichen so viele Schülerinnen und Schüler wie noch nie. Die Zahl der Übertritte in die Oberstufe ist bis zum Schuljahr 2014/15 deutlich angestiegen und stabilisiert sich nun bei knapp 11.000 Schülerinnen und Schülern pro Jahrgang.

Soziale Disparitäten

Hamburg zeichnet sich durch große soziale Unterschiede in den verschiedenen Regionen und Stadtteilen aus. Sozial schwache Stadtteile sind durch eine Häufung von Problemlagen geprägt. Damit einher gehen unterschiedliche Chancen auf Bildungsteilhabe, die einen großen Einfluss auf die weitere Lebensgestaltung haben. Nach wie vor sind Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund mit Blick auf ihre Bildungschancen benachteiligt. Dies zeigt sich bereits beim frühen Spracherwerb. So zeigen 60 Prozent der Kinder, die zuhause ausschließlich eine andere Sprache als Deutsch sprechen, beim Vorstellungsverfahren Viereinhalbjähriger einen ausgeprägten Sprachförderbedarf. Bei Kindern, die zuhause nur Deutsch sprechen, sind es lediglich 2,4 Prozent.

Künftige Herausforderungen

Der Bildungsbericht beschreibt nicht nur den aktuellen Entwicklungsstand des Hamburger Bildungssystems, sondern zeigt auch, in welchen Feldern in den kommenden Jahren möglicher Handlungsbedarf liegt:

Die jungen Menschen mit Fluchtgeschichte werden derzeit einerseits im allgemeinbildenden System, andererseits im Übergangsbereich des berufsbildenden Schulsystems ausgebildet. Sie erhalten so die wichtige Chance auf Spracherwerb und schulischen Kompetenzerwerb, um sich weitere Bildungswege und berufliche Abschlüsse erschließen zu können.Hamburg hat bei aller positiven Entwicklung der Schülerleistung ein Problem im Fach Mathematik. Bei allen Leistungstests schneiden die Schülerinnen und Schüler in Mathematik vergleichsweise schlecht ab. Dies gilt vor allem für die Stadtteilschulen. Hier bedarf es geeigneter Strategien, um Kinder und Jugendliche im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich besser auszubilden. Die gestartete Mathematikoffensive zielt genau darauf ab.In Hamburg gibt es trotz aller Bemühungen um die Erhöhung der Chancengleichheit eine stabile Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die von Bildungsarmut bedroht sind. Jeweils etwa ein Fünftel aller Kinder verfehlt am Ende der Grundschulzeit die Mindeststandards in Lesen und Mathematik. Insbesondere zeigt sich in einigen Stadtteilen und an einigen Schulen eine Häufung von Problemlagen, die dazu führt, dass Kinder bis zum Ende ihrer Grundschulzeit Rechnen, Lesen und Schreiben nicht ausreichend sicher beherrschen. Das Programm 23+ hat diesen Befund zum Anlass genommen, hier verstärkt anzusetzen; es wird nun weiter ausgebaut.

Der Hamburger Bildungsbericht 2017 kann über den Buchhandel bezogen werden und steht unter www.hamburg.de/bsb/hamburger-bildungsbericht als Download zur Verfügung.

Regionaler Bildungsatlas Hamburg:  interaktives Kartenwerk mit kleinräumigem Fokus zum Thema Bildung www.hamburg.de/bsb/regionaler-bildungsatlas-hamburg


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