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Trend zum Radfahren hält weiter an

Der Trend zum Radfahren hält ungebrochen an. Dies zeigen die sogenannten Pegelmessungen, die der rot-grüne Senat in einer Antwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage des grünen Radverkehrsexperten Martin Bill veröffentlichte. Gegenüber 2011 stieg die Zahl der gezählten Radfahrerinnen und Radfahrer in 2016 um 56 Prozent an.
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Auch im Vergleich zum Vorjahr gab es eine leichte Steigerung des gezählten Radverkehrsaufkommens um knapp 2 Prozent. Die meisten Radfahrenden wurden auch 2016 rund um die Alster gezählt, die höchste Steigerungsrate gegenüber 2015 gab es am Dammtordamm (70 Prozent). Die vom Senat ebenfalls auf eine Anfrage von Martin Bill vorgelegten Zahlen zum Radverkehrsaufkommen im Harvestehuder Weg zeigen, dass die dortige Fahrradstraße immer stärker angenommen wird. Während im Jahr 2015 auf der westlichen Seite des Alsterufers nur 34 Prozent der Radfahrenden die Fahrbahn nutzten, waren es 2016 bereits über 70 Prozent.   

Dazu Martin Bill, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion:

„Der Trend zum Radfahren hält ungebrochen an. Immer mehr Menschen steigen um aufs Rad. Das ist nicht nur umweltbewusst, sondern macht einfach auch viel Spaß. Radfahren ist zudem eine gesunde und in der Metropole meist auch die schnellste Form der Fortbewegung. Vor allem die Betrachtung des Radverkehrsaufkommens über einen längeren Zeitraum ist beeindruckend. Eine Steigerungsrate um 56 Prozent in den vergangenen fünf Jahren ist enorm. Das zeigt, dass Hamburg auf dem richtigen Weg ist mit seiner Politik der Förderung des Radverkehrs. Wir sehen konkret auch, dass der Radfahrstreifen in der Dammtorstraße sehr gut angenommen wird: Während in den umliegenden Straßen die Zählungen auf einem hohen Niveau konstant bleiben, fuhren 2016 in der Dammtorstraße 375 Prozent mehr Radler als noch 2011 vor dem Umbau.

Auch die Zahlen für den Harvestehuder Weg zeigen, dass die dort ergriffenen Maßnahmen richtig waren. Mit der Fahrradstraße und der damit einhergehenden Verlegung des Radverkehrs auf die Fahrbahn sollten die Konflikte minimiert werden. Die jetzt vorgelegten Ergebnisse zeigen, dass dieser Ansatz greift und die Fahrradstraße akzeptiert wird: Fuhren 2015 im Durchschnitt nur 34 Prozent der Radfahrenden auf der Fahrbahn, waren es 2016 schon über 70 Prozent. Das hilft, Nutzungskonflikte mit Fußgängerinnen und Fußgänger entlang der Alster zu minimieren. Die Zahlen belegen auch, dass in absoluten Zahlen weiter mehr Radfahrende die Straße nutzen als Autofahrende.“

Die Fortführung der Fahrradstraße am Harvestehuder Weg ist bereits geplant; die Umsetzung ist in diesem Jahr vorgesehen sobald das amerikanische Generalkonsulat umgezogen ist. Die Fahrradstraße wird dann bis zu der Straße Alsterterrassen verlängert. Radfahrende haben danach nicht nur eine durchgehend breite Radverkehrsanlage, sondern auch einen ungestörten Blick auf die Alster, da zwischen Fahrbahn und Alster keine Parkplätze mehr sein werden. Ebenfalls integriert in das Gesamtkonzept wird die neue Parkanlage des Hotels an der Fronteney. Und auch die Fußwege entlang der Alster werden verbreitert.

Am 2. März werden die verschiedenen Planungsvarianten für den zweiten Bauabschnitt auf der östlichen Alsterseite im Bezirk Hamburg-Nord vorgestellt. Dieser Bauabschnitt beinhaltet die zukünftigen Fahrradstraße Bellevue und Schöne Aussicht. Auch die Straße Fernsicht wird entsprechend angepasst.

Dazu Martin Bill:

„Die erfreulichen Zahlen für den ersten Abschnitt im Harverstehuder Weg sind eine gute Voraussetzung, jetzt auch auf der Ost-Seite die Planungen voran zu bringen. Uns ist es wichtig, dies gemeinsam mit den Hamburgerinnen und Hamburgern zu gestalten. Dabei können wir die Erfahrungen aus der Evaluation des ersten Abschnitts nutzen. Ich hoffe, dass die Bürgerbeteiligung rege angenommen wird und freue mich auf eine sachliche Diskussion.“

Hintergrund
Einmal jährlich werden von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation an den jeweils gleichen Standorten manuell Zählungen des Radverkehrsaufkommens vorgenommen. Auf Grund der einmaligen jährlichen Zählungen haben Witterungsverhältnisse und andere Störfaktoren einen wesentlichen Einfluss auf das Zählergebnis. Wichtig ist daher eine Langzeitbetrachtung. Der langfristige Vergleich zeigt ein kontinuierlich ansteigendes Radverkehrsaufkommen (vgl. „Radverkehrsstrategie für Hamburg - Fortschrittsbericht 2015“, Kapitel 9, http://www.hamburg.de/contentblob/4538022/f80b2806d74a33dba4f404dd319d10ce/data/fortschrittsbericht-2015.pdf. In Zukunft sollen dauerhafte Zählstellen das Radverkehrsaufkommen das ganze Jahr lang messen, so wie es beim Kfz-Verkehr schon seit Jahren geschieht. Damit soll es zukünftig auch möglich sein, die Wirkung von Baumaßnahmen genauer zu analysieren.

 


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